Sie sind hier: Informationen zur geplanten Biogasanlage im Grossbettlinger Gatter

Biologische Abfallverwertung

Aktuelle Zeitungsberichte:

Biogas derzeit nicht rentabel (NTZ 19.08.2015)
Biogasanlage auf Eis gelegt (Stadtanzeiger KW 33-2015)
Schwere Bedenken (STZ 25.06.2014)
Biogasanlage nach Türkheim? Stadtanzeiger (28.05.2014)

Weitere Petition zur Biogasanlage (NTZ-Bericht 09.04.2014)
Im Regionalausschuss: Neuer Standort für Biogas (NTZ Bericht 24.04.2012)
Refood und Stadtwerken ist vor Konkurrenz nicht bang (NTZ Bericht 18.04.2012)

Biogas: Region will zurück in den Wald (NTZ-Bericht 02.03.2012)
Nürtinger Biogasanlage droht Klage (Stuttgarter Nachrichten & Schwarzwälder Bote 08.02.2012),
Biogas zu exponiert" (NTZ 05.03.2011) 
Rote Karte (Stuttgarter Zeitung 17.03.2011)
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Fakten zum Biogas

Biogas wird aus organischem, also pflanzlichem oder tierischem Material durch Vergärung gewonnen. Für die Verwertung ist der brennbare, farb- und geruchlose Methananteil am wichtigsten. Die unterschiedlichsten Stoffe können zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel nicht genutzte Pflanzenteile, Gülle oder Mist. Deshalb wurden die ersten Biogasanlagen vor allem für die Landwirtschaft in kleinem Maßstab gebaut, zur Entsorgung ebenso wie als wirtschaftliches Zubrot durch Energiegewinnung.

Die zunehmende Trennung in der Abfallwirtschaft und die Abkehr von der Deponierung von Mischabfall machte die Vergärung zunächst als Möglichkeit der Entsorgung und mit weiterem technischen Fortschritt auch für die Energiegewinnung interessant, zumal der hohe Wasseranteil organischen Materials die Müllverbrennung behindert und energieaufwendig macht.

Für die Landwirtschaft wurde es sogar interessant, organisches Material eigens zur Energiegewinnung anzubauen. Dieser Weg ist zwar ebenso wie die Verwertung von organischem Abfall in der Kohlendioxidbilanz neutral, jedoch deshalb in der Kritik, weil er in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion steht.

Als Biogase sind im Übrigen auch Deponiegase und Klärgase aus Klärschlamm zu bezeichnen, die auf Deponien abgefackelt, in Kläranlagen dagegen zunehmend genutzt werden. So gesehen ist auch die Nürtinger Kläranlage eine kleine Biogasanlage, die ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme betreibt.

Selbst mit Hausmüll gibt es Versuche der Vergärung, die sich wegen des hohen Anteils an nicht organischen Stoffen jedoch als schwierig erweisen. Lebensmittelreste haben im Verhältnis zum Volumen einen sehr hohen Energiewert. Sie mit anderen Stoffen in einer Biogasanlage zu mischen, ist daher wenig sinnvoll.

Fakten zur geplanten Speiserestevergärungsanlage (Biogasanlage)
(Quelle Stadtwerke NT, Nürtinger Zeitung, Informationsveranstaltungen im K3N und im Waldheim in Nürtingen im Nov. 2009)

Die geplante Anlage ist klassifiziert mit der Kategorie drei, die eine Verwertung von Tierkörpern, Tierkörperteilen oder Schlachtabfällen im Gegensatz zu einer Tierkörperbeseitigungsanlage der Kategorie eins nicht zulässt.
Geplante Gasmenge Brutto: 45 Gwh
Geplante Gasmenge Netto: ca 38 - 40 Gwh (ein Teil wird für den Betrieb verwendet)
Dies entspricht ca. 20 Prozent des Nürtinger Gasbedarfs.
Das Methangas wird durch Gaswäsche und chemische Verfahren gereinigt und aufbereitet. Es wird nicht mit Propan- und Butangas zu Erdgas gemischt
.
Es wird dann in das städtische Erdgasnetz eingespeist werden.
Geplante Speiserestemenge pro Jahr: 45.000 to, ca. 25% davon sind nach der Vergärung "Abfall". Nach neuen Informationen sind zusätzlich 25.000 to Co-Substrat geplant.
Geplante LKW-Bewegungen: ca. 100 pro Tag (ca. 45 LKW pro Tag fahren an und ab). Mit den zusätzlichen 25.000 to Co-Substrat werden sich die Anzahl LKW-Bewegungen entsprechend erhöhen.
Investitionssumme: 9 Mio. Euro
Verwertung von Lebensmittelresten und Abfällen aus lebensmittelverarbeitenden Betrieben, Gastronomie sowie Kantinen und Krankenhäusern. Möglich ist das mitverwerten von Gülle.

Kriterien für die Standortsuche:

- gute Infrastruktur soll vorhanden sein, möglichst an einer Bundesstraße
- Strom-, Gas- und Wasserleitungen sollen in der Nähe verlaufen.
- ein Abstand von 400 Metern soll zu Wohngebieten eingehalten werden

Neuer Standort im Grossbettlinger Gatter in der Planung, da im hier dargestellten Standort ein schützenswerter Vogel (Baumflake) gefunden wurde. Karte wird überarbeitet

Karte aus dem NTZ Bericht vom 24.04.2012 entnommen 

Entfernungen:
Grossbettlingen ca 900m
Raidwangen ca 1000m
Enzenhardt ca 770 m
Rossdorf ca 900m
Hof Breites Löhle ca 750m
Bestehende Refood) Biogasanlagen in Deutschland:
Schwallungen (Thüringen)
Genthin (Sachsen-Anhalt)
Schwerz (Sachsen-Anhalt)
Marl (NRW)
Lünen (NRW)
Mützel (NRW)
Malchin (Mecklenburg Vorpommern (2 MW)
Kogel (Mecklenburg-Vorpommern (2 MW)
2x Kobrov (Mecklenburg-Vorpommern)

Überblick:
In der Region Stuttgart gibt es 35 Biogasanlagen. Sie wurden bisher im Aussenbereich nur genehmigt, wenn sie an einen landwirtschaftlichen Betrieb angedockt sind. Eine industriell ausgerichtete Anlage ist im Jahre 2007 in Schlat (Kreis Göppingen) von der Region abgelehnt worden. (Quelle Stuttgarter Zeitung 21.01.2010)

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie bei BISS
Internet: http://www.mit-biss.net/

E-Mail: mit-biss@gmx.de

oder bei den Stadtwerken Nürtingen  E-Mail stadtwerke@sw-nuertingen.de

Diese Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.